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Grundkurs
Zinken- und Schwalbenschwanzverbindungen

zinken4.jpg (16177 Byte)

Bei der Schwalbenschwanzverbindung handelt es sich um die stabilste und schönste Eckverbindung. Sie ist ein Beispiel für anspruchsvolle Tischlerkunst.
 
Bei den Schwalbenschwanzverbindungen sind allerdings Genauigkeit und Voraussicht Voraussetzungen für eine perfekte Verbindung.
Zuerst werden die Zinken ausgearbeitet und danach die Schwalben, die erst nach der Fertigstellung der Zinken auf dem Brett angerissen werden können.
Zunächst ist die Holzbreite durch die Holzstärke zu dividieren.
Beispiel
250 mm : 20 mm = 12,5
Aufgrund dieser Zahl wird die Anzahl der Zinken ermittelt.

zinken5.jpg (6302 Byte)

Die Zahl auf- oder abrunden, da die Anzahl der Zinken immer gerade sein muss. Im vorliegenden Beispiel sind es 12 Zinken.  

zinken5a.jpg (12275 Byte)

Bei der Abmessung der Zinken ist die Holzbreite durch die Anzahl der Zinken zu dividieren, d.h.
250 mm : 12 = 20 mm Rest 10 mm. Die Zinken und Schwalben sind am Grund 20 mm breit.
Begonnen wird mit der Markierung am Kanteneck mit einem halben Zinken, zu dem noch die Hälfte des Restes hinzugefügt wird. D.h.
10 mm (=1/2 Zinken) + 5 mm (=1/2 Rest) = 15 mm.
  
Die Schräge der Zinken und auch der Schwalben beträgt somit 1:6 zinken7.jpg (4606 Byte)
Um in späteren Stadien die die Bretter leichter identifizieren zu können, sollte vor Arbeitsbeginn die zu jeder Verbindung gehörenden Teile gekennzeichnet werden.
zinken6a.jpg (15518 Byte) Mit dem Streichmaß die Breite des Zinkenstückes auf die Innenseite des Schwalbenstückes übertragen und umgekehrt. Auf der Risslinie des Zinkenstückes sind die Punkte zu markieren, an denen die Zinken beginnen.
Im vorgestellten Beispiel wird mit 15 mm begonnen, dann 11 x 20 mm und der Rest von 15 mm = 250 mm Brettbreite.
Die Punkte sind an die Kante zu übertragen und danach auf der Hirnholzseite die Zinkenschräge mit einer Schmiege anzuzeichnen. Die auszuklinkenden Teile werden mit einem Kreuz gekennzeichnet. Rechtwinklig werden die Zinkenlinien mit einem Bleistift oder Messer auf beide Brettseiten bis zum Streichmaßstrich verlängert. zinken10.jpg (19924 Byte)
Der Abfall ist auf beiden Seiten deutlich zu markieren.
zinken2.jpg (20528 Byte) Mit der Feinsäge werden die Zinken entlang der angezeichneten Schrägen bis zum Streichmaßstrich eingesägt, wobei der Sägeschnitt neben den angezeichneten Zinken im Abfallholz verlaufen soll.
Das Zinkenstück auf der Werkbank mit einem Zulageholz festspannen und mit dem Stechbeitel die Hälfte des Abfalls im rechten Winkel zum Hirnholz ausstemmen.
zinken.jpg (16097 Byte) Danach das Arbeitsstück drehen und den Rest bis zur Streichmaßlinie sauber ausklinken.
Die Zinken innen putzen und dabei darauf achten, dass die Wangen und das Hirnholz plan sind und im rechten Winkel zueinander stehen.
Das fertige Zinkenstück auf das liegende Schwalbenstück stellen oder mit Zwingen befestigen, so dass die Innenkante des Zinkenstückes parallel am Streichmaßriss des Schwalbenstückes verläuft.

 

zinken8.jpg (15384 Byte)
Mit einem spitzen Bleistift die Umrisse der Zinken auf das Holz des Schwalbenstücks übertragen.
zinken9.jpg (20268 Byte) Die angezeichneten Schwalbenlinien mit dem Winkeleisen auf die Stirnseite des Brettes überwinkeln bzw. übertragen, und die Abfallstücke mit einem Kreuz markieren.
An der vorderen Ecke beginnend wird die Säge auf der Abfallseite der Zinkenlinie gleichmäßig durch die Brettseite geführt.
Dabei regelmäßig überprüfen, dass der Schnitt unmittelbar neben der Markierungslinie verläuft. Den Abfall wie bei dem Zinkenstück mit einem Stechbeitel herausstemmen und danach die Zwischenräume zwischen den Schwalben nacharbeiten.

zinken1.jpg (16285 Byte)

Das fertige Zinkenteil senkrecht in der Werkzeugbank einspannen und das Schwalbenstück in die Aussparungen zwischen den Zinken stecken. Dabei das Schwalbenteil -mittels Zulageklotz- leicht mit dem Klöpfel einschlagen, um zu überprüfen, ob die Teile genau zusammenpassen. Die Verbindungen sollten stramm sitzen und sind gegebenenfalls nachzuarbeiten.

Die fertigen Teile dünn mit Weißleim bestreichen, zusammenfügen und auswinkeln bis der Leim abgebunden hat.

Stehen nach dem Verleimen die Schwalben und Zinken noch leicht über, sind diese mit einer Feile oder einem Schleifklotz bündig mit der Oberfläche des Brettes zu gestalten. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass parallel zur Fläche gearbeitet wird, um nicht die Eckverbindung abzurunden.

  

 

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