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Grundkurs
Politur auftragen

Schellackpolitur braucht Reibung, sie wird nicht mit dem Pinsel aufgetragen, sondern mit einem Polierballen. Es empfiehlt sich die Technik ausreichend an Abfallholz zu üben, um mit den Grundbegriffen vertraut zu werden.
Die Kernschicht des Polierballens ist so mit Politur zu tränken, dass sie sich nur feucht und nicht tropfnass anfühlt. Die Watte sollte die Politur aufsaugen und diese, während des Polierens nach und nach an das Tuch abgeben. Die Politur sollte niemals direkt auf die Auftragsfläche gegossen werden.
Beim Auftrag der Grundschicht ist der Schellack in Maserungsrichtung in geradlinigen Bewegungen, Strich um Strich leicht überlappend, aufzutragen. politurauftrag.jpg (6185 Byte)
Es ist zügig zu arbeiten und der Ballen muss ständig in Bewegung bleiben. Sobald die erste Lackschicht gleichmäßig und makellos aufgetragen ist, sollte der Auftrag etwa 30 Minuten antrocknen.
politurauftrag2.jpg (7189 Byte) Dann weiterarbeiten und in großzügigen Achterschlingen immer mehr Politur gleichmäßig aufbringen. Stets am Rand ansetzen und über die gesamte Fläche führen, ohne abzusetzen.
Der erforderliche Druck auf den Ballen steigt mit dem Arbeitsfortschritt. Sollte er nicht mehr richtig gleiten, dann ist etwas Schellack auf die Füllung und und einige Tropfen Leinöl auf Ballensohle aufzutragen.
Mit auseinandergezogenen kreisenden Bewegungen ist die anfängliche Politur zu verteilen. politurauftrag4.jpg (6502 Byte)
Beginnt der Ballen zu kleben, bzw. die Oberfläche nimmt keinen weiteren Politurauftrag an, dann sollte sie über Nacht trocknen.
Der Ballen, in einem verschlossen Glas aufbewahrt, hält sich bis zum nächsten Arbeitsschritt gebrauchsfähig.
politurauftrag3.jpg (10419 Byte) Überlagerte Kreise sorgen für eine glatte Oberfläche.
Die gesamte Prozedur an den folgenden Tagen wiederholen, bis mindestens 20 Schichten aufgetragen sind. Dabei immer die einzelnen Schichten aufbauen und die Politur aushärten lassen.
Nach dem Trocknen der Schellackschicht und vor einem weiteren Lackauftrag wird die Fläche jeweils mit 800er Schleifpapier leicht überschliffen.
Der letzte Schritt ist das Auspolieren. Ein frischer Polierballen wird mit Spiritus getränkt und in Faserrichtung mit überlagerten Achterschlingen über die polierte Fläche geführt. politurauftrag1.jpg (13127 Byte)
Dabei ist solange von einem bis zum anderen Ende zu arbeiten, bis die vom Leinöl verursachten Schlieren verschwunden sind und eine hochglänzende, glasartige Oberfläche entstanden ist. Nach 30 Minuten die Fläche nochmals mit einem weichen Tuch nachpolieren

 

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