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Grundkurs
Zinken- und Schwalbenschwanzverbindung

Bei der Schwalbenschwanzverbindung handelt es sich um die stabilste und schönste Eckverbindung. Sie ist ein Beispiel für anspruchsvolle Tischlerkunst.
 
Bei den Schwalbenschwanzverbindungen sind allerdings Genauigkeit und Voraussicht Voraussetzungen für eine perfekte Verbindung.
Zuerst werden die Zinken ausgearbeitet und danach die Schwalben, die erst nach der Fertigstellung der Zinken auf dem Brett angerissen werden können.
Zunächst ist die Holzbreite durch die Holzstärke zu dividieren.
Beispiel
250 mm : 20 mm = 12,5
Aufgrund dieser Zahl wird die Anzahl der Zinken ermittelt.

Die Zahl auf- oder abrunden, da die Anzahl der Zinken immer gerade sein muss. Im vorliegenden Beispiel sind es 12 Zinken.  

Bei der Abmessung der Zinken ist die Holzbreite durch die Anzahl der Zinken zu dividieren, d.h.
250 mm : 12 = 20 mm Rest 10 mm. Die Zinken und Schwalben sind am Grund 20 mm breit.
Begonnen wird mit der Markierung am Kanteneck mit einem halben Zinken, zu dem noch die Hälfte des Restes hinzugefügt wird. D.h.
10 mm (=1/2 Zinken) + 5 mm (=1/2 Rest) = 15 mm.
  
Die Schräge der Zinken und auch der Schwalben beträgt somit 1:6

Die beiden Bretter aufeinanderlegen und markieren, damit zu erkennen ist wie sie zusammengefügt werden müssen.
Mit dem Streichmaß die Stärke des Zinkenstückes auf der Innenseite des Schwalbenstückes übertragen und in umgekehrter Weise die Stärke des Schwalbenstückes auf der Innenseite des Zinkenstückes übertragen. Auf der Risslinie des Zinkenstückes sind die Punkte zu markieren, an denen die Zinken beginnen.
Im vorgestellten Beispiel wird mit 15 mm begonnen, dann 11 x 20 mm und der Rest von 15 mm = 250 mm Brettbreite.
Die Punkte an die Kante übertragen und danach auf der Hirnholzseite die Zinkenschräge mit einer Schmiege anzeichnen. Die auszuklinkenden Teile werden mit einem Kreuz gekennzeichnet. Rechtwinklig werden die Zinkenlinien mit einem Bleistift oder Messer auf beide Brettseiten bis zum Streichmaßstrich verlängert.

Der Abfall ist auf beiden Seiten deutlich zu markieren.
Mit der Feinsäge werden die Zinken entlang der angezeichneten Schrägen bis zum Streichmaßstrich eingesägt, wobei der Sägeschnitt neben den angezeichneten Zinken im Abfallholz verlaufen soll.
Das Zinkenstück auf der Werkbank mit einem Zulageholz festspannen und mit dem Stechbeitel die Hälfte des Abfalls im rechten Winkel zum Hirnholz ausstemmen.
Danach das Arbeitsstück drehen und den Rest bis zur Streichmaßlinie sauber ausklinken.

Die Zinken innen putzen und dabei darauf achten, dass die Wangen sowie das Hirnholz plan sind und im rechten Winkel zueinander stehen.
Das fertige Zinkenstück auf das liegende Schwalbenstück stellen oder mit Zwingen befestigen, so dass die Innenkante des Zinkenstückes parallel am Streichmaßriss des Schwalbenstückes verläuft und die Brettaußenkante mit der Hirnholzkante abschließt. 
Mit einem spitzen Bleistift die Umrisse der Zinken auf das Holz des Schwalbenstücks übertragen.
Die angezeichneten Schwalbenlinien mit dem Winkeleisen auf die Stirnseite des Brettes überwinkeln bzw. übertragen, und die Abfallstücke mit einem Kreuz markieren.

An der vorderen Ecke beginnend wird die Säge auf der Abfallseite der Zinkenlinie gleichmäßig durch die Brettseite geführt. Das heißt, beim Anschneiden der Schwalbenschwänze muss der Bleistiftanriss sichtbar bleiben.
Dabei regelmäßig überprüfen, dass der Schnitt unmittelbar neben der Markierungslinie verläuft. Den Abfall wie bei dem Zinkenstück mit einem Stechbeitel herausstemmen und danach die Zwischenräume zwischen den Schwalben nacharbeiten.
Das fertige Zinkenteil senkrecht in der Werkzeugbank einspannen und das Schwalbenstück in die Aussparungen zwischen den Zinken stecken. Dabei das Schwalbenteil -mittels Zulageklotz- leicht mit dem Klöpfel einschlagen, um zu überprüfen, ob die Teile genau zusammenpassen. Die Verbindungen sollten stramm sitzen und müssen eventuell nachgearbeitet werden.

Die fertigen Teile dünn mit Weißleim bestreichen, zusammenfügen und auswinkeln bis der Leim abgebunden hat.

Stehen nach dem Verleimen die Schwalben und Zinken noch leicht über, dann sind diese mit einer Feile oder einem Schleifklotz bündig mit der Oberfläche des Brettes zu gestalten. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass parallel zur Fläche gearbeitet wird, um nicht die Eckverbindung abzurunden.

  

 

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